Beschreibung

    Myzetom ist eine chronische, schwächende Infektionskrankheit, die die Haut, das Unterhautgewebe und in einigen Fällen auch die Knochen befällt. Sie ist gekennzeichnet durch die Bildung schmerzloser, sich allmählich vergrößernder Knötchen oder Schwellungen, die zu offenen Wunden und Ausfluss von Eiter und Körnern führen können. Es gibt zwei Hauptarten von Myzetomen: Eumyzetome, die durch Pilzinfektionen verursacht werden, und Aktinomyzetome, die durch bakterielle Infektionen verursacht werden.

    Myzetome treten häufiger in tropischen und subtropischen Regionen auf, insbesondere in ländlichen Gebieten mit schlechten hygienischen Verhältnissen. Sie betreffen vor allem Menschen, die in der Landwirtschaft und im Freien tätig sind. Die Krankheit ist seit Jahrhunderten bekannt, mit historischen Hinweisen, die bis in alte Zivilisationen zurückreichen. Aufgrund seines chronischen Charakters und seiner nicht tödlichen Folgen wurde das Myzetom jedoch in Bezug auf Forschung und öffentliche Gesundheitsaufmerksamkeit oft von anderen Infektionskrankheiten überschattet.

    Unbehandelt kann das Myzetom zu schweren Gewebeschäden, Entstellungen und Behinderungen führen. In fortgeschrittenen Fällen kann sich die Infektion auf Knochen und benachbarte Strukturen ausbreiten und zu Knochenzerstörung und Deformitäten führen. Der chronische Charakter der Krankheit kann die Lebensqualität des Patienten und seine Fähigkeit, alltägliche Aktivitäten auszuführen, erheblich beeinträchtigen.

    Die Diagnose eines Myzetoms umfasst eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Labortests und bildgebenden Verfahren. Die Identifizierung des Erregers durch Kultur oder molekulare Techniken ist für eine genaue Behandlung von entscheidender Bedeutung. Die Behandlung umfasst in der Regel eine Kombination aus medizinischen und chirurgischen Eingriffen, die auf die Art des Myzetoms und dessen Schweregrad zugeschnitten sind. Eine frühzeitige Diagnose und sofortige Behandlung sind unerlässlich, um Komplikationen zu vermeiden.

    Myzetome werden in erster Linie durch bestimmte Pilze oder Bakterien verursacht, die über kleinere Verletzungen der Haut in den Körper gelangen. Zu den Risikofaktoren zählen der Kontakt mit kontaminiertem Boden, Dornenstiche oder andere traumatische Ereignisse. Personen mit geschwächtem Immunsystem sind anfälliger für Myzetome.

    Zur Vorbeugung von Myzetomen sollten Schutzmaßnahmen wie das Tragen von geeignetem Schuhwerk, Handschuhen und Kleidung ergriffen werden, um Hautverletzungen zu minimieren. Gute Hygiene, insbesondere nach Aktivitäten im Freien, kann ebenfalls das Infektionsrisiko verringern. Die Aufklärung der Bevölkerung über die Krankheit und ihre Präventionsmaßnahmen ist entscheidend, um das Bewusstsein zu schärfen und die Prävalenz zu verringern.

    Die Biologie dahinter

      Myzetome befallen in erster Linie die Haut, das Unterhautgewebe und in einigen Fällen auch die darunter liegenden Knochen. Die Haut ist das größte Organ des Körpers und dient als Schutzbarriere gegen äußere Einflüsse wie Krankheitserreger und Umweltstressoren. Unter der Haut befindet sich das Unterhautgewebe, das aus Bindegewebe, Fett, Blutgefäßen und Nerven besteht. Das Unterhautgewebe dient der Isolierung, Polsterung und Blutversorgung der Haut.

      Im Normalzustand fungiert die Haut als wirksamer Abwehrmechanismus, der das Eindringen schädlicher Mikroorganismen verhindert. Wenn die Haut jedoch durch Verletzungen oder Wunden geschädigt ist, kann sie zu einem Einfallstor für Pilze und Bakterien werden. Mycetome stören die Schutzfunktion der Haut, indem sie pathogene Mikroorganismen durch diese Verletzungen eindringen lassen.

      Die für Mycetome verantwortlichen Pilz- oder Bakterienerreger gelangen in das Körpergewebe, wo sie lokale Infektionen auslösen. Sie nisten sich im Unterhautgewebe ein und bilden Knötchen oder Schwellungen. Diese Knötchen sind oft schmerzfrei und können mit der Zeit allmählich größer werden. Mit fortschreitender Infektion lösen die Mikroorganismen eine Entzündungsreaktion aus, die zur Ansammlung von Eiter, Granula und fibrösem Gewebe führt.

      Diese Störung der normalen Funktion der Haut und des Unterhautgewebes führt zu den charakteristischen Symptomen des Myzetoms, wie der Bildung von mit Granula gefüllten Knötchen, Hautgeschwüren und Eiterausfluss. In einigen Fällen kann sich die Infektion auf die Knochen ausbreiten und zu Knochenzerstörung und Deformitäten führen.

      Arten und Symptome

        Myzetome treten in verschiedenen Arten auf, die sich jeweils durch ihre spezifischen Erreger und klinischen Erscheinungsbilder auszeichnen. Zu diesen Arten gehören:

        Eumyzetom:

        Eumyzetome werden durch Pilzerreger verursacht, am häufigsten durch Arten der Gattungen MadurellaExophiala und Pseudallescheria. Die Symptome beginnen in der Regel mit der Bildung schmerzloser, subkutaner Knötchen an der Infektionsstelle. Diese Knötchen nehmen allmählich an Größe zu, oft begleitet von Hautverfärbungen und Schwellungen. Mit der Zeit können die Knötchen aufbrechen und eine charakteristische Mischung aus Pilzkörnern und Eiter absondern. Eumycetoma betrifft häufig die unteren Extremitäten und kann zu Knochenbefall, Deformitäten und Funktionsverlust führen.

        Actinomycetoma:

        Das Actinomycetom wird durch bakterielle Erreger wie ActinomaduraNocardia und Streptomyces-Arten verursacht. Die Krankheit verläuft ähnlich wie das Eumycetom, mit der Bildung von Knötchen und Schwellungen. Der Ausfluss aus diesen Knötchen enthält jedoch keine Pilzkörner, sondern Bakterienkolonien. Das Actinomycetom befällt häufig die Füße und kann zu Abszessen, drainierenden Sinus und Schäden an benachbarten Geweben führen.

        Zu den Symptomen beider Arten gehören häufig schmerzlose Knötchen, Hautverfärbungen, Schwellungen und schließlich Geschwüre oder drainierende Sinus. Je nach Fortschreiten und Ausmaß der Infektion kann es zu Deformierungen des betroffenen Bereichs kommen.

        Komplikationen:

        Ohne eine sofortige und angemessene Behandlung kann Myzetom zu einer Reihe von Komplikationen führen. Sowohl bei Eumyzetom als auch bei Aktinomyzetom kann sich die Infektion auf benachbarte Gewebe ausbreiten und zu Gewebezerstörung, Abszessbildung und tiefsitzenden Infektionen führen. In schweren Fällen kann sich die Infektion auf Knochen und Gelenke ausbreiten und zu Knochenzerstörung, Deformitäten und eingeschränkter Beweglichkeit führen.

        Darüber hinaus kann ein chronisches Myzetom aufgrund von körperlichen Behinderungen und sozialer Stigmatisierung die Lebensqualität der Patienten erheblich beeinträchtigen. Sekundäre bakterielle Infektionen sind ebenfalls möglich, was die Behandlung der Krankheit erschwert und den Heilungsprozess verlängert.

        Eine frühzeitige Diagnose und umfassende Behandlung sind unerlässlich, um das Fortschreiten des Myzetoms zu verhindern und das Risiko von Komplikationen zu verringern.

        Untersuchung und Diagnostik

          Eine genaue und rechtzeitige Diagnose des Myzetoms ist für eine wirksame Behandlung von entscheidender Bedeutung. Der Diagnoseprozess umfasst eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Labortests und bildgebenden Verfahren, um das Vorliegen der Erkrankung zu bestätigen.

          Klinische Untersuchung:

          Eine gründliche klinische Untersuchung ist der Grundstein für die Diagnose eines Myzetoms. Diese beginnt mit einer detaillierten Anamnese, wobei der Schwerpunkt auf den Symptomen des Patienten, der Dauer und dem Verlauf der Erkrankung, einer möglichen Exposition gegenüber den Erregern und den zugrunde liegenden Gesundheitszuständen liegt. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt den betroffenen Bereich inspiziert und abtastet, um die Beschaffenheit der Knötchen, Geschwüre oder Abszesse zu beurteilen. Das Aussehen, die Farbe, die Größe, die Konsistenz und das Vorhandensein von drainierenden Sinus sind wichtige Indikatoren für die Diagnose.

          Labortests und Bildgebung:

          Mehrere Labortests und bildgebende Verfahren helfen bei der Bestätigung der Diagnose eines Myzetoms:

          ●  Pilz- oder Bakterienkultur: Die Entnahme einer Probe des Sekrets oder Gewebes aus dem betroffenen Bereich kann dabei helfen, die Erreger durch eine Kultur zu isolieren und zu identifizieren. Dies ist insbesondere für Fälle von Eumycetom und Aktinomycetom relevant.

          ●  Mikroskopische Untersuchung: Eine mikroskopische Analyse der Sekret- oder Gewebeproben kann charakteristische Pilzkörner bei Eumycetom-Fällen oder Bakterienkolonien bei Aktinomycetom-Fällen aufzeigen.

          ●  Biopsie: In einigen Fällen kann eine Biopsie des betroffenen Gewebes durchgeführt werden. Die Probe wird unter dem Mikroskop untersucht, um den spezifischen Erreger zu identifizieren und das Ausmaß der Gewebebeteiligung zu bestimmen.

          ●  Serologische Tests: Serologische Tests sind zwar nicht immer aussagekräftig, können jedoch bei der Identifizierung von Antikörpern gegen bestimmte Erreger helfen und somit die Diagnose unterstützen.

          ●  Bildgebende Untersuchungen: Röntgenaufnahmen und MRT-Scans können wertvolle Erkenntnisse über das Ausmaß der Gewebebeteiligung, Knochenschäden und das Vorhandensein von Abszessen liefern. Die Bildgebung kann bei der Operationsplanung und der Überwachung der Erkrankung hilfreich sein.

          Ein integrierter Ansatz, der mehrere Diagnosemethoden umfasst, gewährleistet eine genaue Identifizierung des Myzetoms und hilft bei der Entscheidung über die geeignete Behandlung. 

          Therapie und Behandlungen

            Die wirksame Behandlung von Myzetomen erfordert einen umfassenden und maßgeschneiderten Ansatz. Gesundheitsdienstleister wenden verschiedene Strategien an, um der Komplexität der Erkrankung gerecht zu werden, mit dem Ziel, die Symptome zu lindern, die Infektion zu kontrollieren und die Heilung zu fördern.

            Medizinische und chirurgische Eingriffe:

            Die Behandlung von Myzetomen umfasst häufig eine Kombination aus medizinischen und chirurgischen Eingriffen, abhängig von Faktoren wie Art, Ausmaß und Schweregrad der Erkrankung.

            ●  Antimykotische oder antibakterielle Therapie: Pharmakologische Wirkstoffe wie antimykotische oder antibakterielle Medikamente werden eingesetzt, um die zugrunde liegenden Erreger zu bekämpfen. Diese Medikamente werden über einen längeren Zeitraum, manchmal bis zu mehreren Monaten, verabreicht, um eine vollständige Ausrottung der Infektion sicherzustellen.

            ●  Chirurgisches Debridement: Die chirurgische Entfernung des infizierten Gewebes, der Abszesse und der Sinus ist ein wichtiger Aspekt der Mycetom-Behandlung. Dieser Eingriff zielt darauf ab, die Infektionsquelle zu beseitigen und die Wundheilung zu verbessern.

            Fortgeschrittene Interventionen:

            In Fällen, in denen sich herkömmliche Behandlungen als unwirksam erweisen oder die Erkrankung zu Komplikationen führt, können fortgeschrittene Interventionen in Betracht gezogen werden:

            ●  Amputation: In schweren und fortgeschrittenen Stadien, in denen die Infektion zu einer erheblichen Gewebezerstörung geführt hat oder eine Gefahr für das Leben des Patienten darstellt, kann eine Amputation des betroffenen Gliedmaßes erforderlich sein.

            ●  Interdisziplinäre Versorgung: In komplexen Fällen arbeitet ein multidisziplinäres Team aus medizinischen Fachkräften, darunter Spezialisten für Infektionskrankheiten, Orthopäden, Dermatologen und Radiologen, zusammen, um eine umfassende und optimale Behandlung sicherzustellen.

            Langzeitüberwachung und Nachsorge:

            Nach der Erstbehandlung benötigen Patienten eine langfristige Nachsorge, um ihr Ansprechen auf die Therapie zu überwachen, mögliche Komplikationen zu behandeln und eine vollständige Heilung der Infektion sicherzustellen. Es werden regelmäßige klinische und radiologische Untersuchungen durchgeführt, um den Heilungsfortschritt zu verfolgen.

            Psychosoziale Unterstützung:

            Angesichts der chronischen Natur des Myzetoms und seiner möglichen Auswirkungen auf das Aussehen und die Mobilität ist psychosoziale Unterstützung von entscheidender Bedeutung. Patienten können unter emotionalen Belastungen und einem veränderten Körperbild leiden, sodass sie Beratung und Unterstützung benötigen, um mit diesen Herausforderungen umzugehen.

            Herausforderungen und neue Ansätze:

            Die Behandlung des Myzetoms ist aufgrund von Faktoren wie Arzneimittelresistenz, Compliance der Patienten und der chronischen Natur der Erkrankung mit Herausforderungen verbunden. Forscher untersuchen neue Therapieoptionen, darunter Immuntherapie und fortschrittliche Wundversorgungstechniken, um die Behandlungsergebnisse und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

            Ursachen und Risikofaktoren

              Die Entstehung und das Fortschreiten von Myzetomen werden durch eine Kombination von Faktoren beeinflusst, darunter die Erreger und die Anfälligkeit des Einzelnen. Das Verständnis dieser Faktoren ist sowohl für die Prävention als auch für die Behandlung der Krankheit von entscheidender Bedeutung.

              Ursachen:

              Myzetome entstehen durch die Besiedlung von Gewebe mit verschiedenen Pilz- oder Bakterienarten, was zu den charakteristischen Knötchen, Abszessen und Fistelgängen führt. Die Infektion beginnt oft mit einem kleinen Trauma oder einer kleinen Wunde, durch die diese Krankheitserreger eindringen und sich vermehren können. Sobald sie sich etabliert haben, lösen die verursachenden Organismen eine Immunreaktion aus, die zur Bildung chronischer Granulome und einer fortschreitenden Gewebezerstörung führt.

              Risikofaktoren:

              Mehrere Faktoren können die Anfälligkeit einer Person für Mycetome erhöhen:

              ●  Berufliche Exposition: Menschen, die in der Landwirtschaft, Tierhaltung und anderen Berufen im Freien tätig sind, sind aufgrund der potenziellen Exposition gegenüber Boden und organischem Material, das die Erreger enthält, einem höheren Risiko ausgesetzt.

              ●  Geografische Lage: Mycetome sind in bestimmten Regionen mit spezifischen Umweltbedingungen endemisch, die das Wachstum und die Ausbreitung der Erreger begünstigen.

              ●  Geschwächtes Immunsystem: Personen mit geschwächtem Immunsystem, wie z. B. HIV/AIDS-Patienten, sind anfälliger für Infektionen, darunter auch Mycetom.

              ●  Vorher bestehende Verletzungen: Eine Vorgeschichte mit kleineren Verletzungen oder Wunden, insbesondere in Bereichen mit schlechter Hygiene, erhöht das Risiko für Myzetome, da sie Eintrittspforten für die Krankheitserreger bieten.

              ●  Genetische Faktoren: Einige Personen haben möglicherweise eine genetische Veranlagung, die ihre Immunantwort beeinflusst und sie anfälliger für Infektionen macht.

              ●  Geschlecht: Bestimmte Erreger können eine Vorliebe für ein bestimmtes Geschlecht haben, was zu einer höheren Inzidenz bei Männern oder Frauen führt.

              Es ist wichtig zu beachten, dass diese Risikofaktoren zwar die Wahrscheinlichkeit eines Myzetoms erhöhen können, ihr Vorhandensein jedoch nicht garantiert, dass die Krankheit auch tatsächlich ausbricht, und dass auch Personen ohne diese Risikofaktoren betroffen sein können. Umgekehrt kann es vorkommen, dass Personen mit Risikofaktoren niemals ein Myzetom entwickeln.

              Verlauf der Krankheit und Prognose

                Das Verständnis des Verlaufs eines Myzetoms und seiner Prognose ist für eine wirksame Behandlung und Aufklärung der Patienten von entscheidender Bedeutung. Die Krankheit verläuft in mehreren Stadien, die jeweils Auswirkungen auf den langfristigen Verlauf haben.

                Verlauf der Erkrankung:

                Myzetome entwickeln sich in der Regel in mehreren Stadien, die durch das Fortschreiten der Symptome und Veränderungen im betroffenen Gewebe gekennzeichnet sind:

                ●  Anfangsstadium: Die Erkrankung beginnt unauffällig, oft mit schmerzlosen Knötchen oder Schwellungen im betroffenen Bereich. Diese Knötchen können an der Stelle der Verletzung entstehen, wobei die Haut normal aussieht.

                ●  Subakutes Stadium: Mit der Zeit werden die Knötchen fester und schmerzhafter, möglicherweise begleitet von Veränderungen der Hautfarbe und -struktur. Die Knötchen können sich vergrößern und die Infektion kann sich auf tiefer liegende Gewebe ausbreiten.

                ●  Chronisches Stadium: Mit fortschreitender Erkrankung kann das betroffene Gewebe zerfallen, was zur Bildung offener Wunden, Abszesse und drainierender Sinus führt. Die umgebende Haut kann sich verfärben, verdicken und vernarben.

                Der zeitliche Verlauf des Myzetoms ist von Person zu Person sehr unterschiedlich und hängt von Faktoren wie dem Erreger, der Reaktion des Körpers und dem Vorliegen von Risikofaktoren ab. Einige Fälle können schnell fortschreiten, während andere sich über Jahre hinweg langsam entwickeln.

                Prognose:

                Die Prognose für Mycetome ist im Allgemeinen zurückhaltend, vor allem aufgrund der späten Diagnose und der Möglichkeit umfangreicher Gewebeschäden. Ohne rechtzeitige Intervention kann die Erkrankung zu schweren Komplikationen wie Deformitäten, Amputationen und Behinderungen führen.

                Die Behandlung kann zwar zur Kontrolle und Bewältigung der Erkrankung beitragen, eine vollständige Heilung kann jedoch schwierig sein, insbesondere in fortgeschrittenen Stadien. Das Risiko eines Rückfalls bleibt bestehen, und eine langfristige Nachsorge ist unerlässlich, um den Verlauf der Erkrankung zu überwachen und etwaige Komplikationen zu behandeln.

                Die Prognose kann je nach Faktoren wie dem Stadium, in dem die Behandlung begonnen wird, dem Erreger, dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten und seiner Fähigkeit, sich an die Behandlungspläne zu halten, variieren. Eine frühzeitige Diagnose und eine angemessene Behandlung sind entscheidend für die Verbesserung der Ergebnisse, die Minimierung von Gewebeschäden und die Verbesserung der Lebensqualität des Patienten.

                Prävention

                  Die Prävention von Myzetomen erfordert einen vielschichtigen Ansatz, der sowohl individuelle Maßnahmen als auch gemeinschaftsweite Maßnahmen umfasst. Durch die Umsetzung dieser Strategien können Einzelpersonen ihr Risiko, an dieser schwer zu behandelnden Krankheit zu erkranken, verringern.

                  Individuelle Präventionsmaßnahmen:

                  Körperpflege: Eine gute Körperpflege, einschließlich regelmäßiger Reinigung der Haut, kann dazu beitragen, das Risiko von Infektionen zu minimieren, die zu Mycetomen führen können.

                  Schutzkleidung: Das Tragen geeigneter Kleidung, insbesondere bei Aktivitäten im Freien, bei denen die Haut potenziellen Infektionsquellen ausgesetzt sein kann, kann als Barriere gegen Erreger dienen.

                  Schuhe: Das Tragen von festem Schuhwerk, insbesondere beim Gehen oder Arbeiten in Gebieten, in denen kontaminierter Boden oder organisches Material vorherrscht, ist entscheidend, um das Eindringen von Pilzen und Bakterien über die Füße zu verhindern.

                  Wundversorgung: Die sofortige und gründliche Reinigung von Wunden sowie die richtige Wundversorgung und -versorgung verringern das Risiko einer Infektion.

                  Vermeidung von Risikogebieten: Vorsicht in Gebieten mit bekanntermaßen hoher Prävalenz von Mycetom-verursachenden Erregern kann das Expositionsrisiko minimieren.

                  Gemeinschaftsweite Präventionsmaßnahmen:

                  ●  Gesundheitsaufklärung: Die Sensibilisierung für Mycetom, seine Erreger, Übertragungswege und Präventionsmaßnahmen kann Gemeinden in die Lage versetzen, proaktive Maßnahmen zu ihrem Schutz zu ergreifen.

                  ●  Umwelthygiene: Die Umsetzung von Maßnahmen, die die Ansammlung von organischem Material und kontaminiertem Boden in Wohn- und Gemeinschaftsbereichen reduzieren, kann das Expositionsrisiko mindern.

                  ●  Landwirtschaftliche Praktiken: Die Ermutigung von Landwirten und Arbeitern, sicherere Praktiken bei der Arbeit auf den Feldern und im Umgang mit Erde anzuwenden, kann die Wahrscheinlichkeit einer Krankheitsübertragung verringern.

                  ●  Verteilung von Schuhwerk: Die Bereitstellung von Schuhwerk für gefährdete Bevölkerungsgruppen, insbesondere für diejenigen, die in Hochrisikogebieten leben, kann eine entscheidende Rolle dabei spielen, das Eindringen von Krankheitserregern über die Füße zu verhindern.

                  ●  Vektorkontrolle: Die Bekämpfung von vektorübertragenen Infektionsquellen, wie z. B. Fliegen, die Erreger übertragen, kann dazu beitragen, die Übertragung der Krankheit zu verringern.

                  Proaktive Maßnahmen für Reisende:

                  ●  Bewusstsein: Reisende, die Regionen mit einer höheren Prävalenz von Myzetomen besuchen, sollten sich der Krankheit und ihrer Risikofaktoren bewusst sein.

                  ●  Schutzmaßnahmen: Reisende sollten Vorsichtsmaßnahmen treffen, wie z. B. das Tragen geeigneter Kleidung und Schuhe, um die Exposition gegenüber potenziell kontaminierten Umgebungen zu minimieren.

                  ●  Wundversorgung: Verletzungen oder Wunden, die während der Reise entstanden sind, sollten umgehend gereinigt und behandelt werden, um Infektionen zu vermeiden.

                  Es ist wichtig zu wissen, dass vorbeugende Maßnahmen zwar das Risiko einer Mycetom-Infektion erheblich verringern können, jedoch keinen vollständigen Schutz garantieren. Reisende sollten daher wachsam bleiben, insbesondere wenn sie sich in oder in der Nähe von Regionen mit einer höheren Prävalenzrate aufhalten.

                  Zusammenfassung

                    Myzetom ist eine komplexe und schwer zu behandelnde Infektionskrankheit, die die Haut, das Unterhautgewebe und sogar die Knochen befällt. Sie tritt in verschiedenen Formen auf und ist durch die Bildung schmerzloser, entstellender Läsionen gekennzeichnet, die Körner enthalten. Eine frühzeitige Diagnose ist für eine wirksame Behandlung entscheidend. Zu den Diagnosemethoden gehören klinische Untersuchungen, Labortests und bildgebende Verfahren. Die Behandlung umfasst in der Regel eine Kombination aus antimykotischen Mitteln und chirurgischen Eingriffen, die auf den Schweregrad und die Art der Erkrankung abgestimmt sind. Präventionsmaßnahmen wie persönliche Hygiene, Schutzkleidung und Wundversorgung können zwar das Infektionsrisiko verringern, es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Maßnahmen keinen vollständigen Schutz garantieren können. Personen in Hochrisikogebieten oder mit besonderen Anfälligkeiten sollten sich von medizinischem Fachpersonal beraten lassen und wachsam bleiben. Durch Aufklärung, vorbeugende Maßnahmen und rechtzeitige ärztliche Hilfe können Einzelpersonen zur Prävention und Behandlung von Mycetom beitragen.