Übersicht
Über diese Erkrankung
Das Crigler-Najjar-Syndrom ist eine seltene genetische Erkrankung, die durch eine schwere unkonjugierte Hyperbilirubinämie aufgrund eines Mangels oder Fehlens des Enzyms Uridindiphosphat-Glucuronosyltransferase (UGT1A1) gekennzeichnet ist. Die Erkrankung wird in zwei Typen unterteilt: Typ I, bei dem die Enzymaktivität vollständig fehlt und zu einer lebensbedrohlichen Bilirubinakkumulation führen kann, und Typ II, bei dem die Enzymaktivität teilweise vorhanden ist und mildere Symptome auftreten. Das Crigler-Najjar-Syndrom ist äußerst selten und betrifft weltweit etwa 1 von 1.000.000 Personen. Es folgt einem autosomal-rezessiven Vererbungsmuster, bei dem beide Elternteile das defekte Gen tragen müssen. Diese Störung wurde erstmals in den 1950er Jahren von John Crigler und Victor Najjar beschrieben und ist aufgrund ihrer schwerwiegenden neurologischen Risiken nach wie vor ein Forschungsschwerpunkt. Die schwerwiegendste Komplikation ist der Kernikterus, bei dem überschüssiges Bilirubin die Blut-Hirn-Schranke passiert und zu dauerhaften neurologischen Schäden, Krampfanfällen, Hörverlust und Bewegungsstörungen führt. Patienten mit Typ I sind ohne Behandlung einem ständigen Risiko ausgesetzt, während bei Typ II die Wahrscheinlichkeit schwerer Komplikationen geringer ist. Die Diagnose basiert auf anhaltender unkonjugierter Hyperbilirubinämie, Gentests und der Bewertung der UGT1A1-Enzymaktivität. Typ I erfordert eine lebenslange Phototherapie, wobei eine Lebertransplantation eine mögliche Heilungsoption darstellt. Typ II kann oft mit Phenobarbital behandelt werden, das eine Restenzymaktivität induziert. Die Krankheit entsteht durch Mutationen im UGT1A1-Gen, die die Bilirubin-Konjugation beeinträchtigen. Familienanamnese und Blutsverwandtschaft erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Vererbung. Zur Vorbeugung gehören genetische Beratung für Familien mit hohem Risiko und pränatale Gentests zur Identifizierung von Trägern. Eine frühzeitige Erkennung und Intervention sind für die Behandlung der Krankheit und die Vermeidung schwerer Komplikationen unerlässlich.
Symptomatik
