Übersicht
Über diese Erkrankung
Pathologisches Stehlen, besser bekannt als Kleptomanie, ist eine Impulskontrollstörung, die durch die wiederholte Unfähigkeit gekennzeichnet ist, dem Drang zu widerstehen, Gegenstände zu stehlen, die nicht für den persönlichen Gebrauch oder zur Bereicherung benötigt werden. Personen mit dieser Störung werfen die gestohlenen Gegenstände oft weg, verschenken sie oder horten sie, anstatt sie zu benutzen. Das Verhalten ist in der Regel mit zunehmender Anspannung vor der Tat und einem Gefühl der Erleichterung oder Befriedigung während und unmittelbar nach dem Diebstahl verbunden. Im Gegensatz zu gewöhnlichem Diebstahl wird Kleptomanie durch zwanghafte Impulse angetrieben, nicht durch finanzielle Not oder externe Motivation. Kleptomanie ist relativ selten und betrifft nur einen kleinen Teil der Bevölkerung. Schätzungen zufolge sind etwa 0,3 % bis 0,6 % der Erwachsenen betroffen. Sie wird häufiger bei Frauen als bei Männern diagnostiziert und beginnt oft in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter. Historisch wurde sie als Impulskontrollstörung anerkannt und in das DSM-III unter dieser Kategorie aufgenommen, zusammen mit anderen Erkrankungen wie Pyromanie und intermittierende explosive Störung. Zu den Hauptsymptomen der Kleptomanie gehört das zwanghafte Stehlen unnötiger Gegenstände, gefolgt von emotionaler Erleichterung und in einigen Fällen von Schuldgefühlen oder Scham nach dem Diebstahl. Zu den Komplikationen können rechtliche Probleme, finanzielle Schwierigkeiten und soziale Isolation aufgrund der mit dem Verhalten verbundenen Scham gehören. Die Diagnose wird durch eine gründliche klinische Untersuchung gestellt, die in der Regel eine detaillierte medizinische und psychiatrische Anamnese umfasst. Die Behandlung umfasst häufig eine kognitive Verhaltenstherapie (KVT), eine psychodynamische Therapie und Medikamente wie SSRIs, um den zwanghaften Drang zu bewältigen. Kleptomanie kann durch eine Kombination aus genetischen, neurologischen und umweltbedingten Faktoren entstehen. Zu den Risikofaktoren gehören eine familiäre Vorgeschichte von Impulskontrollstörungen, gleichzeitig auftretende psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzustände und belastende Lebensereignisse. Die Prävention konzentriert sich auf die frühzeitige Erkennung und Intervention bei Risikopersonen, insbesondere bei Personen mit einer familiären Vorgeschichte von Impulskontrollproblemen. Die Bereitstellung von psychiatrischer Unterstützung, Impulskontrolltraining und Aufklärung über gesunde Bewältigungsmechanismen kann dazu beitragen, das Risiko, an Kleptomanie zu erkranken, zu verringern.
