Übersicht
Über diese Erkrankung
Postherpetische Neuralgie (PHN) ist eine chronische neuropathische Schmerzerkrankung, die als Komplikation einer Herpes-Zoster-Infektion (Gürtelrose) auftritt und durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus verursacht wird. Sie entsteht, wenn nach Abheilen des Gürtelroseausschlags Nervenschäden zurückbleiben, die zu anhaltenden Schmerzen im betroffenen Bereich führen. PHN äußert sich typischerweise in brennenden, stechenden oder elektrisierenden Schmerzen und kann von Allodynie (Schmerzen bei nicht schmerzhaften Reizen) und Hyperalgesie (erhöhte Schmerzempfindlichkeit) begleitet sein. Spezifische Formen der PHN sind die Trigeminusneuralgie nach Herpes zoster, die das Gesicht betrifft, und die Entzündung des Ganglion genicatum, die Gesichtsschmerzen, Ohrenschmerzen und sensorische Störungen verursachen kann. PHN ist eine der häufigsten Komplikationen von Herpes zoster und betrifft etwa 10–20 % der Gürtelrose-Patienten, wobei die Prävalenz bei Personen über 60 Jahren höher ist. Die Erkrankung ist seit Jahrzehnten bekannt, wobei frühe Beschreibungen einen Zusammenhang zwischen anhaltenden Schmerzen und Gürtelrose-Ausbrüchen herstellten. Fortschritte in der antiviralen Therapie und Impfung haben die Inzidenz reduziert, aber PHN bleibt ein bedeutendes Problem, insbesondere bei älteren oder immungeschwächten Personen. Zu den Komplikationen zählen chronische Behinderungen, Schlafstörungen und psychische Probleme wie Depressionen und Angstzustände. Aufgrund der anhaltenden Schmerzen entwickeln Patienten häufig eine Medikamentenabhängigkeit, und einige leiden unter neuropathischem Juckreiz oder Empfindungsstörungen im betroffenen Bereich. Die Diagnose basiert auf der Krankengeschichte, wobei die Schmerzen länger als drei Monate nach dem Auftreten des Gürtelroseausschlags anhalten müssen. Bildgebende Verfahren wie MRT werden eingesetzt, um andere Ursachen auszuschließen. Die Behandlung umfasst trizyklische Antidepressiva, Antikonvulsiva und topische Mittel wie Lidocainpflaster, während Opioide schweren Fällen vorbehalten sind. PHN entsteht durch anhaltende Nervenentzündungen und -schäden, die durch Herpes zoster verursacht werden. Zu den Risikofaktoren zählen fortgeschrittenes Alter, schwerer Gürtelroseausschlag, verzögerte antivirale Behandlung und Immunsuppression. Die Prävention konzentriert sich auf eine frühzeitige antivirale Therapie zur Verringerung von Nervenschäden und die Impfung mit dem Varizellen-Zoster-Impfstoff, der das Risiko für Herpes zoster und PHN deutlich senkt.
