Übersicht
Über diese Erkrankung
Psychische Störungen und Verhaltensstörungen, die durch Opioide verursacht werden, sind eine Gruppe von Erkrankungen, die durch Veränderungen der Stimmung, der Wahrnehmung, des Verhaltens und der sozialen Interaktionen infolge des Konsums, des Missbrauchs oder des Entzugs von Opioiden gekennzeichnet sind. Diese Störungen können tiefgreifende Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensqualität einer Person haben. Opioide sind eine Klasse von Medikamenten, die auf die Opioidrezeptoren im Gehirn und im Körper wirken. Sie können entweder aus der Schlafmohnpflanze gewonnen (natürliche Opioide) oder synthetisch hergestellt werden (synthetische Opioide). Opioide werden häufig zur Schmerzbehandlung verschrieben, da sie eine starke schmerzlindernde Wirkung haben. Dass Opioide süchtig machen, liegt an ihrer Fähigkeit, intensive Gefühle von Euphorie und Vergnügen zu erzeugen. Wenn Opioide an Opioidrezeptoren im Gehirn binden, hemmen sie Schmerzsignale und erhöhen den Dopaminspiegel, der mit Belohnung und Verstärkung in Verbindung gebracht wird. Diese Kombination aus Schmerzlinderung und angenehmen Empfindungen führt zu einer starken psychischen und physischen Abhängigkeit. Der Opioidmissbrauch hat in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen. In den Vereinigten Staaten beispielsweise starben nach Angaben des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zwischen 1999 und 2019 fast 500 000 Menschen an einer Opioidüberdosis. In diesem Zeitraum kam es zu einem deutlichen Anstieg der Verschreibungsraten von Opioiden, was zu einem weit verbreiteten Missbrauch und zur Abhängigkeit führte. Mehrere Faktoren haben zu der Opioidmissbrauchsepidemie beigetragen. Ein Schlüsselfaktor ist die übermäßige Verschreibung von Opioiden durch Gesundheitsdienstleister. In den 1990er Jahren wurde die Schmerzbehandlung vorangetrieben, was zu einer verstärkten Verschreibung von Opioiden führte. Diese übermäßige Verschreibung, häufig für chronische Schmerzen, die nicht auf Krebs zurückzuführen sind, trug zu einem Überschuss an verfügbaren Opioiden und der anschließenden Abzweigung für nichtmedizinische Zwecke bei. Darüber hinaus hat die Entwicklung hochwirksamer synthetischer Opioide, wie z. B. Fentanyl, die Krise noch verschärft. Fentanyl, das wesentlich wirksamer als herkömmliche Opioide ist, wurde in illegalen Drogenvorräten gefunden, was zu einem Anstieg der Todesfälle durch Opioidüberdosierung führte. Darüber hinaus können sozioökonomische Faktoren, wie wirtschaftliche Notlage, Arbeitslosigkeit und soziale Isolation zu einem erhöhten Opioidmissbrauch beitragen. Psychische Erkrankungen, einschließlich Depressionen und Angstzustände, werden ebenfalls häufig mit Opioidmissbrauch in Verbindung gebracht.Es gibt verschiedene Arten von psychischen und Verhaltensstörungen, die durch Opioide verursacht werden, darunter opioidinduzierte depressive Störungen, opioidinduzierte Angststörungen, opioidinduzierte psychotische Störungen und Opioidgebrauchsstörungen (OUD). Die Symptome variieren je nach Störung, können aber anhaltende Traurigkeit, Angstzustände, Halluzinationen, Wahnvorstellungen, beeinträchtigtes Urteilsvermögen und Verlangen nach Opioiden umfassen.
