Übersicht
Über diese Erkrankung
Eine soziale Angststörung (SAD), auch als soziale Phobie bekannt, ist durch eine überwältigende Angst vor sozialen Situationen gekennzeichnet, in denen man der möglichen Beobachtung durch andere ausgesetzt ist. Diese Angst führt oft zu einer erheblichen Angst davor, in Verlegenheit gebracht oder beurteilt zu werden, was dazu führt, dass soziale Interaktionen, Leistungssituationen oder das Sprechen in der Öffentlichkeit vermieden werden. Die soziale Angststörung ist eine der häufigsten Angststörungen, von der etwa 7 % der Bevölkerung irgendwann in ihrem Leben betroffen sind. Sie beginnt in der Regel in den frühen Teenagerjahren. In der Vergangenheit wurde diese Störung mit Schüchternheit gleichgesetzt, bis sie 1980 in der dritten Auflage des DSM als eigenständige Erkrankung eingestuft wurde, wobei ihr Schweregrad und ihr Potenzial für chronische Auswirkungen anerkannt wurden. Zu den Symptomen gehören starke Angst in sozialen Situationen, Vermeidung sozialer Interaktionen und körperliche Symptome wie Schwitzen, Zittern und Übelkeit. Unbehandelt kann SAD zu schwerem sozialem Rückzug, Depressionen und sogar Drogenmissbrauch führen, da die Betroffenen versuchen, ihre Symptome zu bewältigen. Die Diagnose umfasst eine klinische Bewertung anhand der DSM-5-Kriterien, wobei der Schwerpunkt auf der Art und Dauer der Symptome liegt. Die Behandlung umfasst in der Regel eine kognitive Verhaltenstherapie, die sich bei der Reduzierung von Angstsymptomen durch die Änderung negativer Denkmuster und Verhaltensweisen als wirksam erwiesen hat. Zur Linderung der Symptome können auch Medikamente wie SSRIs verschrieben werden. Die genaue Ursache der SAD ist zwar nicht bekannt, es wird jedoch angenommen, dass sie auf eine Kombination aus genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen zurückzuführen ist. Frühe soziale Erfahrungen, insbesondere solche, die mit Demütigung oder Ablehnung verbunden sind, spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Störung. Auch Temperamentsmerkmale wie Schüchternheit oder Verhaltenshemmung bei Kindern können das Risiko erhöhen. Die Prävention von sozialen Angststörungen erfordert frühzeitige Interventionen im Kindes- und Jugendalter. Die Aufklärung von Eltern und Lehrern über die Anzeichen von übermäßiger Schüchternheit und sozialem Rückzug kann zu frühzeitiger Unterstützung führen, einschließlich Therapie oder Beratung, wodurch die Entwicklung oder Eskalation von SAD verhindert werden kann. Auch die Entwicklung sozialer Fähigkeiten und Resilienz von klein auf kann schützend wirken.
