Übersicht
Über diese Erkrankung
Das Stiff-Person-Syndrom (SPS) ist eine seltene neurologische Erkrankung, die durch fortschreitende Muskelsteifheit, schmerzhafte Krämpfe und Bewegungsstörungen gekennzeichnet ist. Die Symptome beginnen oft im Rumpf und in den unteren Gliedmaßen und führen allmählich zu Rigidität, Haltungsinstabilität und Gehschwierigkeiten. Krämpfe können durch Stress, plötzliche Bewegungen oder äußere Reize wie Lärm oder Berührungen ausgelöst werden. SPS kann in klassisches SPS, das vor allem den Rumpf und die Gliedmaßen betrifft, und SPS-Varianten unterteilt werden, darunter fokales SPS, progressive Enzephalomyelitis mit Rigidität und Myoklonus (PERM) und paraneoplastisches SPS in Verbindung mit Krebs. SPS ist äußerst selten und tritt schätzungsweise bei einem bis zwei von einer Million Menschen auf. Es tritt häufiger bei Frauen auf und steht in engem Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen, insbesondere Typ-1-Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen und Vitiligo. Erstmals beschrieben wurde es in den 1950er Jahren, und Jahrzehnte später wurde sein Zusammenhang mit Glutaminsäure-Decarboxylase (GAD)-Antikörpern nachgewiesen, was seine Autoimmunität bestätigte. Unbehandelt kann SPS zu schweren Mobilitätsproblemen, chronischen Schmerzen und häufigen Stürzen aufgrund plötzlicher Krämpfe führen. In fortgeschrittenen Fällen können die Muskeln, die das Schlucken und Atmen steuern, beeinträchtigt sein, was das Risiko für Aspirationspneumonie und Atemversagen erhöht. Die Erkrankung kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und zu Behinderungen führen. Die Diagnose umfasst eine klinische Untersuchung, Antikörpertests (GAD-Antikörper), Elektromyographie (EMG) und eine Analyse der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit. Die Behandlung umfasst Muskelrelaxanzien (Benzodiazepine, Baclofen), Immuntherapie (IVIG, Plasmaaustausch) und Physiotherapie zur Linderung der Symptome. SPS wird in erster Linie durch eine Autoimmunerkrankung verursacht, bei der der Körper GABAerge Neuronen angreift und so die Muskelkontrolle beeinträchtigt. Zu den Risikofaktoren zählen genetische Veranlagung, Autoimmunerkrankungen und bestimmte Krebsarten. Eine Prävention für SPS ist nicht bekannt. Eine frühzeitige Diagnose, die Behandlung von Autoimmunerkrankungen und Stressreduktion können dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Symptome zu lindern.
