Übersicht
Über diese Erkrankung
Beriberi ist eine Erkrankung, die durch einen Mangel an Thiamin (Vitamin B1) verursacht wird, das für den Energiestoffwechsel und die Nervenfunktion unerlässlich ist. Sie tritt in zwei Formen auf: trockene Beriberi, die das Nervensystem beeinträchtigt und Muskelschwäche, Taubheit und Schwierigkeiten beim Gehen verursacht, und feuchte Beriberi, die das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt und zu Schwellungen, Atemnot und Herzversagen führt. Infantile Beriberi betrifft Säuglinge, die von Müttern gestillt werden, die an Thiaminmangel leiden. Beriberi ist in Regionen weit verbreitet, in denen polierter weißer Reis ein Grundnahrungsmittel ist, wie z. B. in Südostasien, wo das Thiamin durch Mahlprozesse aus dem Reis entfernt wird. In der Vergangenheit war Beriberi im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert weit verbreitet. Heute betrifft sie vor allem Bevölkerungsgruppen, die an Unterernährung, chronischem Alkoholismus und Magen-Darm-Erkrankungen leiden, die die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen. Zu den Komplikationen gehören Herzversagen, dauerhafte Nervenschäden, Wernicke-Enzephalopathie und in schweren Fällen der Tod. Infantile Beriberi kann tödlich verlaufen, wenn sie nicht umgehend behandelt wird. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um diese schwerwiegenden Folgen zu vermeiden. Die Diagnose umfasst die Bewertung klinischer Symptome, der Ernährungsgeschichte und Labortests zur Messung des Thiaminspiegels im Blut. Die Behandlung umfasst eine hochdosierte Thiamin-Supplementierung, je nach Schweregrad entweder oral oder intravenös. Zu den Ursachen gehören eine Ernährung, die arm an thiaminreichen Lebensmitteln (z. B. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Fleisch) ist, chronischer Alkoholkonsum und Malabsorptionsstörungen. Risikofaktoren sind Armut, schlechte Ernährung, Schwangerschaft und Erkrankungen, die den Thiaminbedarf erhöhen. Die Prävention konzentriert sich auf eine ausgewogene Ernährung, die reich an Thiamin ist, auf Programme zur Lebensmittelanreicherung, auf die Thiamin-Supplementierung in Risikogruppen und auf die Aufklärung der Öffentlichkeit über Mangelernährung und Alkoholismus. Frühzeitiges Eingreifen ist der Schlüssel zur Vermeidung schwerer Komplikationen.
Symptomatik
