Ätiologie
Ursachen & Risikofaktoren
Die Mukormykose, die durch Pilze der Klasse der Zygomyceten verursacht wird, entsteht, wenn opportunistische Krankheitserreger in Blutgefäße eindringen und zu Gewebsinfarkten und -nekrosen führen. In diesem Abschnitt werden die zugrunde liegenden Ursachen und die damit verbundenen Risikofaktoren erläutert.
Ursachen:
Die Mukormykose wird hauptsächlich durch Pilze aus der Klasse der Zygomyceten verursacht. Diese Pilze sind in der Umwelt weit verbreitet und halten sich häufig im Boden und in verrottenden Stoffen auf. Unter günstigen Bedingungen können sie sich von harmlosen Organismen in aggressive Krankheitserreger verwandeln. Die charakteristische Fähigkeit der Pilze, in Blutgefäße einzudringen, führt zu ausgedehnten Gewebeschäden, Infarkten und Nekrosen, die für diese Infektion charakteristisch sind.
Wenn die Bedingungen stimmen, können die Sporen von Zygomyceten durch Wunden, die Atemwege oder auf andere Weise eindringen. Sie infizieren sich schnell und dringen in die Blutgefäße ein. Dieses Eindringen in die Blutgefäße unterbricht den Blutfluss und führt die Pilze in tiefer liegende Gewebe ein. Die Pilze gedeihen in einer sauerstoffarmen Umgebung, wo sie sich vermehren und zerstörerische Enzyme freisetzen können, die zu Gewebeschäden und Entzündungen beitragen.
Risikofaktoren:
Immunsuppression: Personen mit geschwächtem Immunsystem, wie z. B. Empfänger von Organtransplantaten, Krebspatienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen, und HIV/AIDS-Patienten, sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Eine geschwächte Immunreaktion macht es den Pilzen leichter, eine Infektion zu etablieren.
Diabetes: Ein schlecht eingestellter Diabetes, insbesondere eine Ketoazidose, schafft eine Umgebung, die das Pilzwachstum begünstigt. Erhöhte Blutzuckerwerte bieten den Pilzen Nährstoffe.
Neutropenie: Niedrige Werte der Neutrophilen, wichtiger Immunzellen, verringern die Fähigkeit des Körpers, Pilzinfektionen zu bekämpfen.
Eisenüberladung: Überschüssiges Eisen im Körper, das häufig bei Erkrankungen wie Thalassämie oder Eisenpräparaten vorkommt, schafft ein günstiges Umfeld für das Pilzwachstum.
Hämatologische Malignome: Leukämie- und Lymphompatienten sowie Empfänger von Knochenmarkstransplantaten sind aufgrund der Immunsuppression und der beeinträchtigten Blutzufuhr zu den Geweben einem erhöhten Risiko ausgesetzt.
Trauma: Durch invasive medizinische Eingriffe, Operationen oder Verletzungen können die Pilze in den Körper gelangen, insbesondere wenn die Hautbarriere beeinträchtigt ist.
Längerer Gebrauch von Steroiden: Kortikosteroide unterdrücken die Immunreaktion und machen die Betroffenen anfälliger für Pilzinfektionen.
Unterernährung: Schlechte Ernährung schwächt das Immunsystem und macht den Körper anfälliger für Infektionen.
Hämatologische Erkrankungen: Störungen der Blutgerinnung, wie z. B. die disseminierte intravasale Gerinnung (DIC), können zu Gewebsnekrosen führen und das Pilzwachstum begünstigen.
Umweltexposition: Die Nähe zu Pilzquellen, wie Baustellen, kontaminierte Böden oder verrottendes organisches Material, kann das Infektionsrisiko erhöhen.
Grundlegende Lungenerkrankung: Personen mit chronischen Lungenerkrankungen wie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) haben ein höheres Risiko, an einer Mukormykose zu erkranken, die die Lunge betrifft.
Alter: Neugeborene und ältere Menschen haben eine schwächere Immunabwehr, was sie anfälliger macht.
Es ist wichtig zu wissen, dass das Vorhandensein von Risikofaktoren nicht zwangsläufig zu Mukormykose führt und umgekehrt. Eine Kombination aus prädisponierenden Faktoren, opportunistischem Verhalten der Pilze und der Immunreaktion des Körpers trägt zum Auftreten der Krankheit bei.
Die Mukormykose befällt verschiedene Teile des Körpers, wobei sie vor allem Bereiche mit reichlicher Blutversorgung und geschwächter Immunabwehr angreift. Um die Biologie der Mukormykose zu ergründen, konzentrieren wir uns auf die rhino-zerebrale Form, die die Nebenhöhlen und das Gehirn befällt.
Die Nasennebenhöhlen sind hohle, luftgefüllte Hohlräume im Schädel, die zur Befeuchtung und Filterung der eingeatmeten Luft sowie zur Resonanz der menschlichen Stimme beitragen. Diese Nebenhöhlen sind mit Schleimhäuten ausgekleidet, die Schleim produzieren, der dazu beiträgt, Fremdkörper abzufangen und zu entfernen. Das von der schützenden Schädeldecke umschlossene Gehirn ist das Epizentrum der neuronalen Funktionen, die Körperprozesse, Gefühle und Gedanken steuern.
Bei der rhino-zerebralen Mukormykose dringt der Pilz durch Einatmen in die Nasennebenhöhlen ein. Die geschwächte Immunabwehr, die häufig bei Menschen mit Diabetes oder Immunsuppression zu beobachten ist, bietet dem Pilz die Möglichkeit, sich zu vermehren. Die Infektion kann sich von den Nasennebenhöhlen auf nahe gelegene Strukturen wie die Augen und das Gehirn ausbreiten.
Wenn der Pilz in das Gewebe eindringt, schädigt er die Blutgefäße und unterbricht den normalen Blutfluss, was zu Gewebsnekrosen führt. Die invasiven Pilzhyphen wachsen schnell, infiltrieren das Gewebe und verursachen Entzündungen. Dies kann zu verstopfter Nase, Schmerzen im Gesicht und Sehstörungen führen. Wenn sich die Infektion auf das Gehirn ausbreitet, kann sie zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Krampfanfällen, kognitiven Einschränkungen und sogar zum Tod führen.