Übersicht
Über diese Erkrankung
Tularämie, auch bekannt als Kaninchenfieber oder Hirschfliegenfieber, ist eine seltene Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Francisella tularensis verursacht wird. Sie befällt in erster Linie Tiere, insbesondere Nagetiere, Kaninchen und Hasen, kann aber auch auf den Menschen übertragen werden. Die Krankheit manifestiert sich in verschiedenen Formen, darunter ulzeroglandulär, glandulär, okuloglandulär, oropharyngeal und pneumonisch, die jeweils unterschiedliche Symptome aufweisen. Tularämie tritt weltweit auf, wobei die Prävalenz in den verschiedenen Regionen unterschiedlich ist. Sie wurde in Nordamerika, Europa und Teilen Asiens gemeldet. Historisch gesehen erlangte die Krankheit während des Zweiten Weltkriegs aufgrund ihres potenziellen Einsatzes als biologische Waffe Aufmerksamkeit. Obwohl sie nach wie vor relativ selten ist, werden auch heute noch vereinzelte Fälle gemeldet. Unbehandelt kann die Tularämie zu Komplikationen führen. Dazu können Lungenentzündung, Entzündung der Herzinnenhaut, Infektion der Blutbahn und die Bildung von Abszessen in verschiedenen Organen gehören. Eine schnelle Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um das Risiko von Komplikationen zu minimieren. Die Diagnose einer Tularämie kann schwierig sein, da ihre Symptome denen anderer Krankheiten ähneln können. Gesundheitsdienstleister können jedoch Bluttests, Kulturen und Polymerase-Kettenreaktionstests (PCR) durchführen, um das Vorhandensein von F. tularensis nachzuweisen. Die Behandlung umfasst in der Regel Antibiotika wie Streptomycin, Gentamicin oder Doxycyclin, die je nach Schweregrad der Infektion für einen bestimmten Zeitraum verabreicht werden. Tularämie wird in der Regel durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren übertragen, beispielsweise durch den Umgang mit deren Kadavern oder durch Stiche von Insekten, die die Bakterien übertragen. Jäger, Tierärzte und Personen, die in ländlichen Gebieten arbeiten oder leben, sind einem höheren Expositionsrisiko ausgesetzt. In bestimmten Fällen kann die Übertragung auch durch kontaminiertes Wasser oder das Einatmen von aerosolisierten Bakterien erfolgen. Zur Vorbeugung von Tularämie gehören Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit potenziell infizierten Tieren, das Tragen von Schutzkleidung, die Verwendung von Insektenschutzmitteln und eine gute Hygiene. Die Aufklärung von Personen mit hohem Risiko, wie Jägern und Landwirten, über die Krankheit und ihre Präventionsmaßnahmen ist für die Verringerung ihrer Häufigkeit von entscheidender Bedeutung.
